Predigt am 2. Weihnachtstag in der Pallottikirche an Haus Wasserburg – com-unio

Unsere Weise Unio zu sein

     Möge der beste Tag deiner Vergangenheit der schlimmste Tag deiner Zukunft sein (Irischer Segen)

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Treffen zur Fastenzeit
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Donnerstag, 26. Februar, 12. März und 26. März
jeweils um 19:00 Uhr


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Brigitte 8

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Schwestern und Brüder, seid alle herzlich willkommen zu diesem Gottesdienst und frohe Weihnachten euch allen! Ich hoffe, ihr hattet wirklich gute Tage bisher. Nun seid ihr ja alle nicht zum ersten Mal in einem Gottesdienst am 2. Weihnachtstag und wisst, dass das Idyll – wenn es das jemals gegeben hat - bereits heute eine Trübung erfährt: Stephanus - allen, die seinen Namen tragen übrigens von Herzen Gratulation - dieser „Hitzkopf“ ist dafür verantwortlich. Hätte er nicht klein beigeben können, irgendeine Geste, die das Schlimmste abwendet? Und warum das eben am ach so friedlichen Weihnachtsfest?

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Auch das wisst ihr: Dieses Gotteskind, das sich mitten hineingegeben hat in das Schicksal dieser Welt, es fordert damit auch heraus zur Entscheidung. Von jeder/jedem von uns erwartet es eine Antwort auf die Frage:  Was willst du? Welche Geschichte soll einmal von dir erzählt werden? Darum geht es heute. Feiern wir beides, feiern wir das Kind, uns allen geboren, feiern wir alle, die ihm nachgingen durch alle Zeiten, feiern wir auch uns an diesem Weihnachtstag 2025. 

Was willst du? Welche Geschichte soll einmal von dir erzählt werden? Hätte man Stephanus diese Frage gestellt, was hätte er wohl geantwortet? Oder hätte er evtl. gar keine Antwort gehabt? Wer war er überhaupt, was eigentlich wissen wir von ihm? Aller Wahrscheinlichkeit nach war er ein griechischer Jude, der in Jerusalem lebte, dort zum Glauben an, besser zur Nachfolge Jesu kam. Er wird als Diakonos benannt, Armenpfleger, der Wunder und große Zeichen tat. Von Gegnern aus der traditionellen Synagogenschaft wurde er der Gotteslästerung angeklagt, aus deren Sicht durchaus verständlich. Er starb, wie wir vorhin hörten, er wurde gesteinigt, hatte aber dennoch ein Gebet für seine Feinde auf den Lippen. Wir sind hier sehr früh in der Geschichte des Christentums, der junge Paulus, damals noch Saulus, war zugegen. Soweit die spärlichen Fakten. 

Was aber machte diesen jungen Mann aus, der als der erste christliche Märtyrer in die Geschichte einging? Nun, er hatte eine Entscheidung getroffen, Nachfolge Jesu, und diese Entscheidung führte ihn mitten hinein in die Schieflagen und Risse seiner Zeit. Er tat, was Jesus getan hat, er wollte heilen, er wollte Brücken bauen zurück ins Leben, und er ergriff Partei für die, die ausgestoßen und geächtet waren, und die doch das gleiche Recht auf Glück haben wie alle. Ob er um die Gefahr dieser Entscheidung wusste, auch Jesus hatte diese Art von Einsatz das Leben gekostet, wir sollten das angesichts des Kindes in der Krippe nicht vergessen.

Eben darum hat unser Krippenkind dort Platz gefunden, mittendrin in einer aus den Fugen geratenen Welt, um die Fehlstellen zu kitten und das weitere Auseinanderdriften zu verhindern wo möglich. Er, Jesus, hat die Idee und das Bild einer Welt nach dem Geschmack Gottes verinnerlicht und begriffen. Viele, die ihm durch alle Zeiten seitdem folgten taten und tun es ihm darin gleich. Von Stephanus bis Vinzenz Pallotti, von Pallotti bis… ja, zu uns vielleicht? Gott traut es uns wohl zu, wir uns auch?

Oder sympathisieren wir eher mit den Figuren am Rande? Vorsicht! Mit unserem zerfallenden Puzzle habe wir schon am Beginn des Advents zur Lobbyarbeit für gutes Zusammenleben und die Zukunft dieses Fleckchen Erde aufgerufen, ganz nach dem Vorbild der Wilmersdorfer Mondsänger:innen (Nicht bekannt? Dann schnell im Internet nachsehen). Diese Figuren im Rund um unsere Welt tun nichts anderes, als von ihren unterschiedlichen Plätzen und mit ihren unterschiedlichen Möglichkeiten dem gefährdeten Planeten und damit der gefährdeten Zukunft von Menschen mit und nach uns Schutz zu bieten. Vorsicht also, wenn uns dieser Platz am Rand lieber wäre.

 „Zuschauer Gottes gibt es nicht“, sagt Karl Barth. „Du bist der Mensch, du bist gemeint, dich geht‘s an, dir ist’s verheißen und an dir soll es sich erfüllen. Du musst wagen du bist der Schauplatz, wo es sich entscheidet. Zuschauer Gottes gibt es nicht.“

Wahrscheinlich hat er deshalb den Weg der Menschwerdung gewählt. Werfen nicht jeden Tag unzählige Menschen ihr Leben, Kraft, Energie, Motivation in die Waagschale, um anderen das Leben zu ermöglichen? In Kriegs- und Krisengebieten, in Krankenhäusern und Pflegeheime in Schulen, Kindergärten, in Familien, in Gemeinden und Vereinen Diese Welt ist voller guter Geschichten, es gibt nicht nur die schlimmen aus den Nachrichten. Allerdings warten noch viele Geschichten auf ein gutes Ende. Ob wir das hinbekommen? Wir wissen es wohl erst, wenn wir es versuchen, am besten gemeinsam. Oft gelingt uns das, im vermeintlich ‚Kleinen‘, das nicht klein ist. Und im Großen Globalen?

Es muss doch zu schaffen sein, als eine Menschheit diesen einen Planeten, den wir nur haben, zu bewahren. Es muss doch zu schaffen sein, Kriege zu beenden, wenn wir sie schon beginnen können! Es muss doch zu schaffen sein, eine Form des Zusammenlebens zu finden, die niemanden ausschließt und Raum und Zukunft bietet jedem Menschenskind. Wir wissen es wohl erst, wenn wir es versuchen. 

Also Schwester und Brüder mittendrin oder am Rand, die Aufgabe ist dieselbe. Seit das Puzzle so hier liegt, wird es immer wieder von unsichtbaren Händen zusammengefügt, fast jede Woche mehrmals. Wir können es scheinbar nur schwer ertragen, die Welt so unordentlich zu sehen. Ich finde das ermutigend, wir Menschen können das scheinbar, diese Welt im Großen wie im Kleinen retten. Wer auch sonst!

Ich habe es zu Beginn gesagt: das weihnachtliche Idyll erfährt bereits am zweiten Festtag eine Trübung und wir sollten Stephanus für sein Zeugnis danken. Er zeigt uns die Realität auch unserer Tage, es zeigt uns die Absicht Gottes, diese Welt mit einem Kind wieder auf die Füße zu helfen. Gottes Menschwerdung geht einher mit einem riesigen Zutrauen an die ganze Menschheit. Gehen wir - wir singen es so oder so doch gerade immer wieder - gehen wir mit dem Kind in der Krippe. „Zuschauer Gottes gibt es nicht!“

Jörg A. Gattwinkel SAC

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