Gedanken zur Woche – com-unio

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Nächste Termine 


Online Treffen, jeweils
Sonntag um 19:00 Uhr:

12. Juli 2026
"Heute schon gestaunt?"

9. August 2026:
Allein - oder einsam?


6. September 2026
Über das Suchen, das Finden und das Gefundenwerden

4. Oktober 2026
1. November 2026
(Allerheiligen)
29. November 2026
(1. Advent)
20. Dezember 2026
(4. Advent)

 


Unser Flyer - bitte gern teilen!

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Bibliolog mit
P. Lutz Müller SJ:

18. Juli
08. August
12. September
24. Oktober
24. November
19. Dezember 2026!

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Gebetsanliegen

Jesus web


Wir bitten um Euer Gebet für Volker. Möge er in seiner letzten Lebensphase Frieden und Trost finden.


Meine Patentante in Koblenz ist erlöst. Danke für Euer Gebet.

„Denn ich bin ganz sicher: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Dämonen, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch irgendwelche Gewalten, weder Hohes noch Tiefes oder sonst irgendetwas auf der Welt  können uns von der Liebe Gottes trennen, die er uns in Jesus Christus, unserem Herrn, schenkt.“

Römer 8,38–39


 Vrsar 1

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Auf den ersten Zeitungsseiten wird an diesem Montagmorgen Ende April 2025 ein großer Bericht sein über den Abschied von Papst Franziskus, das feierliche Requiem auf dem Petersplatz mit tausenden von Menschen und die Fahrt seines Sarges durch Rom zu seiner letzten Ruhestätte. Auf Regionalseiten erscheinen dieser Tage Rückblicke auf schreckliche Geschehen vor 80 Jahren, kurz vor dem Ende der 2. Weltkriegs in unserer Gegend. Was soll das Erinnern, nach so langer Zeit? Und was hat eine mit dem anderen zu tun? Ein Dokumentarfilm über den verstorbenen Papst machte mir Zusammenhänge bewusst.

Die Aufnahmen zeigen, wie er Menschen am Rande der Gesellschaft aufsuchte, Gestrandete, Gefangene, Slumbewohner, Obdachlose. Er ging an Orte, die von Armut, Unterdrückung, Leid künden, Begegnungen an Brennpunkten scheute er nicht und suchte Erinnerungs-Orte und Gedenkstätten auf. „Misericordia“ war ein Leitwort von ihm und Beweggrund seines eigenen Handelns. Von Gottes Barmherzigkeit kündete er unentwegt, rief ein eigenes Jahr der Barmherzigkeit aus. Er appellierte leidenschaftlich „barmherzig zu sein, wie der Vater barmherzig ist“ und einander Geschwister „Fratelli tutti“. 

Hierin entdecke ich Gemeinsamkeiten mit den Aktionen „Gegen das Vergessen“ welche dieser Tage in unserer Umgebung an verschiedenen Orten stattfinden. Sie wollen daran erinnern, wie Menschen Opfer wurden, als „anders“ eingestuft, weil einer anderen Religion, Kultur oder Volk zugehörig, entwürdigt, der Freiheit beraubt, gequält, getötet. Das ganze Ausmaß des Menschen verachtenden NS-Herrschafts-Systems und dessen Grausamkeiten bekamen Einheimische vor achtzig Jahren um diese Zeit im Frühjahr 1945 mit, als Gefangene vom Konzentrationslager Flossenbürg zu Fuß durch die Oberpfalz und Niederbayern Richtung Dachau getrieben wurden. 

Die Bewohner der Orte entlang der Wege wurden Zeugen unglaublicher Gewalt und unvorstellbaren Leids. Ein erschreckender Anblick: „Kahlköpfige Männer in zerlumpter (Häftlings-)Kleidung, Holzpantoffeln, schlürfenden Gang sich dahinschleppend, von SS-Bewachern in Uniform und Gewehr vorwärtsgetrieben und wenn sie erschöpft zusammenbrachen, erschossen“. Die Kriegsfront war vor die Haustür gerückt. Wollten Anwohner helfend beistehen, war ihr eigenes Leben bedroht. Das Geschehen hatte sich in der Erinnerung bei der Bevölkerung eingebrannt. Nach Jahren Schweigens, begann man in den 1980iger Jahren mit Aufarbeitung. Es wurden Zeitzeugen befragt, ihre Erfahrungen dokumentiert. Initiativen in den Gemeinden folgten: Hinweisschilder auf einen „KZ-Friedhof“, Gedenkveranstaltungen, „Ge(h)denkwege“. Zum achtzigsten Jahrtag gibt es erwähnenswerte und beachtenswerte Beispiele. So organisierte die Marktgemeinde Bruck mit der örtlichen Schule ein gemeinsames Projekt und brachte noch lebende Zeitzeugen und Schüler mit Senioren zusammen. Es seien beeindruckenden Gespräche zwischen Schülern und Zeitzeugen gewesen, erfahren Besucher eines mit dem Projekt einhergehenden Vortragsabends. Der Saal des örtlichen Gasthauses fasste kaum die große Zahl der Besucher. 

Anderes Beispiel: Bürger der Stadt Straubing hatten sich schon vor dreißig Jahren (zum 50. Jahrestag Kriegende) zusammengetan und eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, Überlieferungen von Zeitzeugen zusammengetragen und ein Zeichen gegen Unrecht und Vergessen gesetzt und eine Gedenkstele am Hagen errichtet. Zum 80. Jahrestag luden sie wieder zu einer Gedenkfeier ein und es kamen viele. Jugendliche lasen Berichte von (ehemaligen) Zeitzeugen, wie armselige, erbarmenswürdige Gestalten, um Wasser bettelten, erschöpft zusammenbrachen, von ihren Bewachern kaltblütig erschossen wurden. Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde, der orthodoxen, evangelischen und katholischen Kirche beteten zusammen um Frieden.

Auch in Stallwang war in den letzten Jahren eine Gedenktafel errichtet worden, die Pfarreiengemeinschaft erinnerte in einem Gottesdienst und anschließenden Schweigemarsch zur Erinnerung an den Todesmarsch durch ihren Ort. Ebenso machten sich gestern in Rettenbach Menschen von der Dorfmitte aus auf den Weg zum damals angelegten “KZ-Friedhof“ im Wald, nahe der Straße nach Wörth an der Donau und beteten dort für die Opfer und für den Frieden in der Welt. 

Gestern war der „Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit“, eine Woche zuvor hat Papst Franziskus noch den Segen „Urbi et Orbi“ gespendet, die Osterbotschaft mit letzter Kraft bezeugt. Sein Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden bleibt Vermächtnis und ist Auftrag an uns zugleich. 

Monika Urban 

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